Weitere Informationen zu deinHof

Welche Lebensmittel gibt es von deinHof?

Du bekommst von deinem Acker in Radebeul unverpackte, saisonale Gemüse und frische Kräuter in großer Sortenvielfalt. Im Winter wird dein Ernteanteil durch selbst geerntetes Gemüse aus unserem Lager ergänzt.

Wir bauen das Gemüse dann an, wenn es am besten wächst. Im Winter reifen bei uns weder Tomaten noch Gurken, doch wenn das Gemüse reif ist, gibt es davon in Hülle und Fülle. Bei dem Anbau verzichten wir auf Pestizide, synthetischen Dünger, Hybridsaatgut und gentechnisch verändertes Saatgut.

Es wird möglichst alles geerntete Gemüse mit den Ernteanteilen an die Mitglieder ausgegeben. Nicht transportables Gemüse wird auf dem Hof zu Mittagessen an Mitmachtagen verkocht, der Rest wird kompostiert und in den Betriebskreislauf zurück geführt.

Was ist ein Ernteanteil?

Ein Ernteanteil reicht erfahrungsgemäß für zwei Menschen die viel Gemüse essen. Anhand der angegeben Mengen in der ->Erntetabelle kannst du dich orientieren, welche Menge an Gemüse ungefähr für dich pro Woche bereit stehen werden. Viele Mitglieder teilen sich ihren Ernteanteil mit mindestens einer weiteren Person.

Wer entscheidet was angebaut wird?

Das Hofteam plant den Anbau mit Sorten und Mengen. Dabei entscheiden sie nach den Erfahrungen der letzten Jahre zu Ertrag, Geschmack, Pflegeaufwand, etc. und den Bedürfnissen und Anregungen der Mitglieder. Das Feedback der Mitglieder wird durch regelmäßiger Umfragen eingeholt.

Was kostet es dich? Was ist die Bieterunde?

Das für den Anbau nötige Geld wollen wir solidarisch und gemeinsam mit dir aufbringen. Dazu treffen sich alle Mitglieder jeweils im März zur Bieterunde. Dort stellen wir dir die Anbauplanung und die damit verbundenen Kosten für das kommende Jahr vor. So bekommst einen genauen Einblick wie viel Geld wir zum Anbau deines Gemüses benötigen.

Um das Budget zu decken gibt in der Bieterunde jedes Mitglied ein Gebot ab. Dabei gibt jeder soviel er kann und ihm der Hof und unser Art zu wirtschaften wert ist. Falls in der ersten Runde nicht der gesamte Betrag zusammenkommt, finden weitere Runden statt.

Diesen selbstbestimmten Beitrag zahlst du dann verbindlich monatlich oder auch einmaliger für das Erntejahr ein.

Wie kommt das Gemüse zu dir?

Jede Woche am Dienstag bekommst du per E-Mail den Erntebrief, hierin findest du Informationen zur Ernte, zum allgemeinen Projektgeschehen und zu bevorstehenden Terminen und Hilfebedarf. Jeden Mittwoch steht die Ernte dann in den Verteilstationen zum Abholen bereit. Verteilstationen gibt in Radebeul, Striesen, Pieschen, Löbtau/Friedrichstadt, Innere und Äußere Neustadt und im Hechtviertel.

Wie funktionieren die Verteilstationen?

Die einzelnen Verteilstationen werden von den in der jeweiligen Verteilstation abholenden Mitgliedern verwaltet. Als Ansprechpartner bei Fragen zur Station, den Abläufen, etc. gibt es jeweils eine Person plus eine Vertretung aus eurer Verteilstation, die euch zur Seite steht. Die Kommunikation zwischen den Menschen in der Verteilstation kann über verschiedene Wege stattfinden, zum Beispiel über die E-Mail Verteiler, Treffen, Mitteilungen in der Verteilstation und weitere Wege, hier könnt ihr kreativ sein. Jede Verteilstation hat ihre Eigenheiten, was die Öffnungszeiten und Kennzeichnung der abgeholten Ernteanteile angeht. Gemein haben sie alle, dass ein Erntezettel aushängt wird, auf dem Informationen zum Gemüse und die Mengen stehen, die ihr mitnehmen könnt.

Mitgestalten und Mitarbeiten

Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft lebt neben den monatlichen finanziellen Beiträgen von aktiver Beteiligung der Mitglieder. Deshalb ist es unser Wunsch, dass jedes Mitglied nicht nur den Ernteanteil abholt, sondern darüber hinaus mit anpackt. Plane dafür mindestens 2 Tage pro Erntejahr ein. Dafür gibt es mehrere Optionen:

Mitmachtage
Es gibt es regelmäßig Mitmachtage auf dem Hof. Dort widmen wir uns verschiedenen gärtnerischen Aufgaben, in Abhängigkeit vom Arbeitsplan und den Wetterbedingungen. Es ist eine Möglichkeit für dich, mehr über deinHof zu erfahren.

Die Termine der Mitmachtage findest du in unserem ->Kalender. Bitte melde dich zu den Mitmachtagen im ->Kalender an, damit wir besser planen können.

An allen Mitmachtagen wird zum Mittag auf dem Hof meist vegan, immer vegetarisch gekocht und gemeinsam gespeist. Bring bitte feste Schuhe und dem Wetter angepasste Kleidung mit.

Hilfe bei der Organisation
Die organisatorische und administrative Projekt- und Vereinsarbeit findet in Teams (->Wie ist deinHof organisiert) statt. Sollten die Teams Unterstützung benötigen so gibt es dazu einen Aufruf im Erntebrief. Solltest du Zeit und Interesse haben so melde dich und bring deine Fähigkeiten ein.

Hilfeaufrufe
Auf dem Hof gibt es immer mal ganz konkrete Aufgaben, die Spezialwissen brauchen (z.B. IT, Recht oder aber Bauprojekte). Diese werden im Erntebrief bekannt gegeben. Du kannst dich gern melden, wenn du dich auskennst und mithelfen möchtest.

Wie ist deinHof organisiert?

Dein Hof ist ein Verein, der von seinen Mitgliedern gestaltet und verwaltet wird. Wir orientieren uns bei allen Entscheidungen am Prinzip der Soziokratie. Die Basis des Vereins sind die Mitglieder. Diese kommen in Mitgliederversammlungen und der ->Bieterunde zusammen und stimmen über wichtige Belange ab. Weitere wichtige Arbeit passiert in den selbstorganisierten ->Verteilstationen.

Für alle Belange des laufenden Geschäfts organisieren wir uns in Teams (->Organigramm):

  • Mitglieder – Mitgliederverwaltung
  • Kommunikation – interne & Externe Kommunikation
  • Hof – Anbau, Auslieferung, Hofgelände
  • Personal – Personalbelange
  • Finanzen – Überblick Finanzen & Erstellung Jahresbudget
     

Die Teams treffen alle Entscheidungen im alltäglichen Arbeitsablauf selbst. Entscheidungen die auch andere Teams betreffen oder größere Auswirkungen haben werden in das Vorstandstreffen getragen. Hier beraten und entscheiden die Hutpersonen der Teams (und weitere Personen die Expertise oder Betroffenheit zu den jeweiligen Themen haben). Alle Entscheidungen die große Veränderungen für den Verein bedeuten (z.B. Bau eines weiteren Hofgebäudes oder Änderung der Satzung) werden in einer Mitgliederversammlung besprochen, zu der rechtzeitig eingeladen wird. (->Satzung)

Wo kommt das Saatgut her? Erzeugt deinHof auch selbst welches?

Das Saatgut beziehen wir von der Bingenheimer Saatgut AG, ReinSaat, Sativa, von der Johannishöhe aus Tharandt und von Albrecht Vetters aus Wilschdorf. Nur in Ausnahmefällen und für besondere Sorten erzeugen wir selbst Saatgut (z.B. Weiße Beete, Wintersalat) oder Pflanzgut (z.B. Knoblauch). Wir arbeiten ausschließlich mit Samenfesten Sorten. Dies gilt auch für den Zukauf von Jungpflanzen welche wir größtenteils von der Biogärtnerei Watzkendorf GmbH und von Albrecht Vetters aus Wilschdorf beziehen. Eine eigene Jungpflanzenanzucht ist im Aufbau.

Wird der verstärkte Einsatz von alten Sorten geplant? Welche Rolle spielt biologische Vielfalt?

Vielfalt ist uns wichtig und willkommen und gleichzeitig muss auch den Anforderungen eines nicht mehr ganz kleinen Gemüsebaubetriebes genüge getan werden. Nicht alle alte Sorten bringen Vorteile, häufig sind auch Neuzüchtungen alten Sorten vorzuziehen, zum Beispiel wenn diese bessere Eigenschaften für den Anbau haben, höhere Erträge oder einen besseren Geschmack. Es können aber auch alte Sorten weiterentwickelt und an heutige Bedürfnisse angepasst werden. Der Begriff "alte Sorte" ist nicht genau definiert, was so manche Aussagen dazu erschwert. Bisher fehlte die Zeit zu genauen Recherchearbeiten und von den Saatgutherstellern werden in der Regel keine Angaben über das Alter einer Sorte bereit gestellt. Neben alten Sorten interessieren uns auch regionale Sorten, die hier gezüchtet oder lange Zeit im Dresdner Raum angebaut wurden und im wahrsten Sinne des Wortes hier verwurzelt sind. Sowohl hinsichtlich alter als auch regionaler Sorten ist die Zusammenarbeit mit der Johannishöhe und Albrecht Vetters für uns sehr wertvoll, da beide genau nach solchen Sorten suchen, sie pflegen und vermehren. Außerdem sind wir seit 2018 an einem Projekt des VERN e.V. beteiligt, in welchem es u.a. darum geht ausgewählte alte Sorten für den Anbau und die Vermarktung zu prüfen. Zudem arbeiten wir seit 2019 mit Kultursaat e.V., die sich um die Neuzüchtung Samenfester Sorten kümmern, zusammen.

Folgende Sorten aus unserem Anbau haben einen historischen oder regionalen Hintergrund: Zwiebel "Dresdner Plattrunde", Blatt-Rote Bete "Non Plus Ultra", Knoblauch "Radeberger", Weiße Bete "Albina Verduna".

Wie wird gegen Schädlinge und Krankheiten vorgegangen?

An erster Stelle steht der vorbeugende Pflanzenschutz. Wichtige Elemente davon sind eine weite Fruchtfolge, eine ausgewogene Düngung und der Einsatz von Naturschutznetzen um Schädlinge von den Kulturen fern zu halten. Ebenso dazu gehört die Anlage von Nützlings-/Blühstreifen, dauerhaften Hecken und "wilden Ecken", welche zahlreiche (Nutz-)Insekten einen Lebensraum bieten und die biologische Vielfalt erhöhen. Der direkte Pflanzenschutz besteht zum einen aus dem Nützlingseinsatz, der sich jedoch überwiegend auf die Folienzelte beschränkt und aus gezielt zugekauften Nützlingen besteht. Zum anderen werden im Bioanbau zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetzt wie z.B. Schneckenkorn (Eisentriphosphat) oder eine spezielle Seifenlauge gegen Läuse.

Wie wird gedüngt? Welchen Anteil hat eigener Kompost?

Die Grunddüngung erfolgt über den Anbau von Kleegras/Luzernegras und die Einarbeitung von Pferdemistkompost. Den Pferdemist bekommen wir vom benachbarten Pferdehof und kompostieren ihn. Ernterückstände verbleiben auf den Flächen, werden eingearbeitet und haben eine Düngewirkung für die Folgekultur. Eigenes Pflanzenmaterial (im wesentlichen Tomaten-, Gurken-, Paprikapflanzen aus dem Folienzelt) hat aber nur einen geringen Anteil an der ausgebrachten Kompostmenge. Eine gezielte und auf jede Kultur einzeln abgestimmte Düngung realisieren wir über Handelsdünger wie z.B. gequetschte Ackerbohnen (vom Schellehof), Schafwollpellets und Kleegraspellets. Dabei ist es uns wichtig auf Handelsdünger aus der konventionellen Massentierhaltung (z.B. Hornspäne, Blutmehl) zu verzichten.

Gibt es einen Plan für Ernteausfälle?

Ernteausfälle bei einzelnen Kulturen gehören zum gärtnerischen Risiko, durch die Vielfalt der angebauten Kulturen kann die Gesamtversorgung trotzdem gewährleistet werden. Bei größeren Ernteausfällen, z.B. durch heftige Witterungsereignisse oder Hochwasser muss gemeinsam entschieden werden, wie eine Versorgung gewährleistet werden kann. Dafür gibt es aber bisher keinen Plan.

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