Fragen und Antworten

Wer entscheidet was angebaut wird?

Das Gärtnerteam plant den Anbau mit Sorten und Mengen. Dabei gehen sie nach den Erfahrungen der letzten Jahre zu Ertrag, Geschmack, Pflegeaufwand, etc. und den Bedürfnissen und Anregungen der Mitglieder, die durch die Auswertung der Umfragen zugänglich werden. Generell ist zu sagen, dass wir immer noch am Ausprobieren sind und es viele Jahre braucht um Erfahrungen zu sammeln um dann z.B. zu entscheiden ob eine bestimmte Kultur nicht zu unserem Standort passt oder wir die Anbaubedingungen verändern müssen.

Wo kommt das Saatgut her? Erzeugt deinHof auch selbst welches?

Das Saatgut beziehen wir von der Bingenheimer Saatgut AG, ReinSaat, Sativa, von der Johannishöhe aus Tharandt und von Albrecht Vetters aus Wilschdorf. Nur in Ausnahmefällen und für besondere Sorten erzeugen wir selbst Saatgut (z.B. Weiße Beete, Wintersalat) oder Pflanzgut (z.B. Knoblauch). Wir arbeiten ausschließlich mit samenfesten Sorten. Dies gilt auch für den Zukauf von Jungpflanzen (soweit es in unserer Macht steht) welche wir größtenteils von der Biogärtnerei Watzkendorf GmbH beziehen, aber auch von der Gärtnerei Krauße in Bischofswerda und Albrecht Vetters in Wilschdorf. Eine eigene Jungpflanzenanzucht ist zudem in Aufbau.

Wird der verstärkte Einsatz von alten Sorten geplant? Welche Rolle spielt biologische Vielfalt?

Vielfalt ist uns wichtig und willkommen und gleichzeitig muss auch den Anforderungen eines nicht mehr ganz kleinen Gebüsebaubetriebes genüge getan werden. Nicht alle alte Sorten bringen Vorteile, häufig sind auch Neuzüchtungen alten Sorten vorzuziehen, zum Beispiel wenn diese bessere anbautechnische Eigenschaften haben, höhere Erträge oder einen besseren Geschmack. Es können aber auch alte Sorten weitereintwickelt und an heutige Bedürfnisse angepasst werden. Der Begriff "alte Sorte" ist nicht genau definiert, was so manche Aussagen dazu erschwert. Bisher fehlte die Zeit zu genauen Recherchearbeiten und von den Saatgutherstellern werden in der Regel keine Anaben über das Alter einer Sorte bereit gestellt. Neben alten Sorten interessieren uns auch regionale Sorten, die hier gezüchtet oder lange Zeit im Dresdner Raum angebaut wurden und im wahrsten Sinne des Wortes hier verwurzelt sind. Sowohl hinsichtlich alter als auch regionaler Sorten ist die Zusammenarbeit mit der Johannishöhe und Albrecht Vetters für uns sehr wertvoll, da beide genau nach solchen Sorten suchen, sie pflegen und vermehren. Außerdem sind wir seit 2018 an einem Projekt des VERN e.V. beteiligt, in welchem es u.a. darum geht ausgewählte alte Sorten für den Anbau und die Vermarktung zu prüfen.  

Folgende Sorten aus unserem Anbau haben einen historischen oder regionalen Hintergrund: Zwiebel "Dresdner Plattrunde", Blatt-Rote Bete "Non Plus Ultra", Knoblauch "Radeberger", Weiße Bete "Albina Verduna".

Wie wird gegen Schädlinge und Krankheiten vorgegangen?

An erster Stelle steht der vorbeugende Pflanzenschutz. Wichtige Elemente davon sind eine weite Fruchtfolge, eine ausgewogene Düngung und der Einsatz von Naturschutznetzen um Schädlinge von den Kulturen fern zu halten. Ebenso dazu gehört die Anlage von Nützlingsstreifen/Blühstreifen, dauerhaften Hecken und "wilden Ecken", welche zahlreiche (Nutz-)Insekten einen Lebensraum bieten und die biologische Vielfalt erhöhen. Der direkte Pflanzenschutz besteht zum einen aus dem Nützlingseinsatz, der sich jedoch überwiegend auf die Folienzelte beschränkt und aus gezielt zugekauften Nützlingen besteht. Zum anderen werden im Bioanbau zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetz wie z.B. Schneckenkorn (Eisentriphosphat) oder eine spezielle Seifenlauge gegen Läuse.

Wie wird gedüngt? Welchen Anteil hat eigener Kompost?

Die Grunddüngung erfolgt über den Anbau von Kleegras/Luzernegras und die Einarbeitung von Pferdemistkompost. Den Perdemist bekommen wir vom benachbarten Pferdehof und kompostieren ihn. Ernterückstände verbleiben auf den Flächen, werden eingearbeitet und haben eine Düngewirkung für die Folgekultur. Eigenes Pflanzenmaterial (im wesentlichen Tomaten-, Gurken-, Paprikapflanzen aus dem Folienzelt) wird nur sehr wenig kompostiert und hat einen verschwindend geringen Anteil an der ausgebrachten Kompostmenge. Eine gezielte und auf jede Kultur einzeln abgestimmte Düngung realisieren wir über Handelsdünger wie z.B. gequetschte Ackerbohnen (vom Schellehof), Schafwollpellets und Kleegraspellets. Dabei ist es uns wichtig auf Handelsdünger aus der konventionellen Massentierhaltung (z.B. Hornspäne, Blutmehl) zu verzichten.

Gibt es einen Plan für Ernteausfälle?

Ernteausfälle bei einzelnen Kulturen gehören zum gärtnerischen Risiko, durch die Vielfalt der angebauten Kulturen kann die Gesamtversorgung trotzdem gewährleistet werden. Bei größeren Ernteausfällen, z.B. durch heftige Witterungsereignisse oder Hochwasser muss gemeinsam entschieden werden, wie eine Versorgung gewährleistet werden kann. Dafür gibt es aber bisher keinen Plan.

Wie wird nicht perfektes Gemüse genutzt?

Es wird möglichst alles geerntete Gemüse mit den Ernteanteilen an die Mitglieder ausgegeben. Nicht transportables Gemüse wird auf dem Hof zu Mittagessen an Mitmachtagen verkocht, der Rest wird kompostiert und in den Betriebskreislauf zurück geführt.

Wie funktionieren die Verteilstationen?

Die einzelnen Verteilstationen werden von den abholenden Mitgliedern verwaltet. Als Ansprechpartner bei Fragen zur Station, den Abläufen, etc. gibt es jeweils eine Person plus eine Vertretung aus eurer Verteilstation, die euch zur Seite steht. Die Kommunikation zwischen den Menschen in der Verteilstation kann über verschiedene Wege stattfinden, zum Beispiel über die stationseigenen E-Mail Verteiler, Treffen, Mitteilungen in der Verteilstation und weitere Wege, hier könnt ihr kreativ sein. Jede Verteilstation hat ihre Eigenheiten, was die Öffnungszeiten und Kennzeichnung der abgeholten Ernteanteile angeht. Gemein haben sie alle, dass ein Erntezettel aushängt wird, auf dem Gärtnertips zum Gemüse und die Mengen stehen, die ihr mitnehmen könnt.