Alles muß rein!

21. November 2017

In diesem Herbst haben wir ganz spät angefangen mit ernten. Der Plan war, schon vor über einem Monat damit zu beginnen. Da war es aber noch viel zu warm in unserem Lager. Es macht einfach keinen Sinn, den Kohl bei 10 Grad oder mehr zu lagern. Dann fängt er ruckzuck an zu schimmeln.

Also haben wir uns in Geduld geübt und gewartet, bis es kühler wurde. Das wurde es dann auch Mitte Oktober, nur leider war es viel zu naß zum Ernten. Es macht nämlich auch keinen Sinn, nasses Gemüse einzulagern. Es hat ebenfalls die Tendenz, bald mit schimmeln anzufangen. Also übten wir uns weiter in Geduld und warteten bis der Regen endlich mal für mehr als einen Tag aufhörte unser Gemüse zu benetzen.

Und dann endlich, es war mittlerweile Ende Oktober konnten wir den Weißkohl vom Feld holen. Danach nahm die Ernte Fahrt auf und der Lagerkohlrabi und die Kohlrüben kamen dran. Der Sellerie und die Rote Beete mußten noch ein bißchen länger warten. Nämlich bis zum vorletzten Samstag und erst danach haben wir angefangen die Möhren auszubuddeln. Zu diesem Zeitpunkt waren unsere Nerven schon ganz schön angespannt, denn es war Frost angesagt, und das hätte zwar nicht dem dem Rotkohl und den Pastinaken geschadet, aber das Ende der Möhren sein können. Zum Glück hatte sich der Agrarwetterdienst geirrt und jetzt sind die Möhren alle in Sack und Tüten, sprich in Großkisten mit Sand eingelagert und der Lagerraum platzt aus allen Nähten.

Auf dem Feld verweilen bislang Wurzelpetersilie, Pastinaken, Schwarzwurzel und Porree. Sie halten Fröste gut aus und werden in den nächsten Wochen geerntet, der Porree sogar bis ins Frühjahr hinein.

Wir Gärtner atmen jetzt erst einmal tief aus und wünschen Euch eine gemütliche dunkle Jahreszeit, in der auch Zeit zum Innehalten, Erholen und zur Ruhe kommen ist.

Laßt Euch das Wintergemüse schmecken!

 

Eure Gärtnerin Steffi W.

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Auch Superhelden brauchen Freunde

20. November 2017

Nach dem Mitmachmarathon der letzten Samstage ist nun für dieses Jahr Schluss mit lustig und Erde unter den Fingernägeln – jedenfalls für die Wochenendschicht.

Bei kackig-kalten Novembertemperaturen ging es an den vergangenen Sonnabenden dem Kohlrabi, dem Weißkohl, der chamäleonartigen Bete (rot, weiß, geringelt, rund, länglich, groß oder klein), dem Rotkohl und den Möhren an den Gemüsekragen. Im derzeit angesagten mollig-warmen Zwiebellagenlook und mit mehr oder weniger neidischen Blicken auf den Badezuber des Nachbarn gerichtet, rollten Kohlköpfe, fielen Wurzeln der Astschere zum Opfer und wurden Möhrenzwillinge oder -drillinge voneinander getrennt.

Was zunächst so grausam klingt, ist jedoch halb so schlimm. Die nächste Zeit dürfen sie alle zusammen im geschützten Lagerraum Pyjama-Partys feiern und sich auf einen Blick über den Tellerrand in Löbtau, Striesen, Pieschen, Radebeul und der Neustadt freuen.

Auffallend war, dass der Superschmelz-Kohlrabi in der Gunst der Freizeiterntehelfer nicht sonderlich hoch zu stehen scheint. Obwohl der Betreuungsschlüssel von 2:1 (Gärtner:Freiwillige) jede pädagogische Fachkraft vor Neid erblassen lassen würde, leidet das Selbsbewusstein dieser Riesen doch erheblich darunter. Denn auch ein Kohlrabi hat Gefühle und nimmt Zurückweisung schmerzlich wahr.

Es sollen daher an dieser Stelle ein paar seiner herausragenden Charaktereigenschaften hervorgehoben werden, um seine Fangemeinschaft zu vergrößern und vielleicht im nächsten Erntejahr in Scharen auf den Acker zu locken:

Äußerlich klobig, etwas übergewichtig und von unscheinbarem Hellgrün, wirkt er auf den ersten Blick unnahbar und schwer zu knacken. Unter der harten Schale verbirgt sich jedoch ein einnehmendes, frisches, vielseitiges und leckeres Wesen, dass sich über jeden hungrigen Freund freut. Darüber hinaus ist die Superknolle nur selten angefressen und nimmt die alljährlich nötige Kahlrasur seiner lang gewachsenen Blätter klaglos und ohne Eitelkeit hin. Überragend ist seine Loyalität, mit der er Hoffreunde auch in kalten Wintern nicht im Stich lässt. Glücklich kann sich schätzen, wer dieses 5-kg-Wurfgeschoss in Reichweite auf dem Küchentresen liegen hat, um potenzielle Einbrecher in die Flucht zu schlagen.

Konntet ihr bei der Ernte also leider nicht dabei sein, macht diesem Pfundskerl doch einfach eine große Freude, indem ihr ihn euch ordentlich schmecken lasst!

 

von Anne K.

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Invasion der Gartenzwerge

31. Oktober 2017

Obwohl der Alltag in Kindergarten und Schule schon stressig genug ist, ließen es sich viele kleine Hofenthusiasten nicht nehmen, auch an einem Samstagmorgen früh aufzustehen, die Arbeitshandschuhe in der Größe XXXS (vorzugsweise bedruckt mit Blümchen oder Marienkäfern) überzustreifen, in bonbonfarbene Gummistiefelchen zu schlüpfen, die Eltern ins Auto oder aufs Fahrrad zu verfrachten und den ersten Familienmitmachtag der Hofgeschichte anzusteuern.

Hoch motiviert stürmten sie dort als erstes das Lauchfeld. Unter ihrer Aufsicht wurde zunächst der Boden von den Erwachsenen gelockert, so dass unsere Gärtner von morgen die Pflanzen in kleinteiliger Präzisionsarbeit herausziehen und zu mehreren schnell wachsenden Haufen aufschichten konnten. Die weniger anstrengenden Arbeiten, wie das Entfernen von Wurzeln und verrosteten Blättern, wurden dann wieder von den mitangereisten Großen erledigt. Solche einfachen Tätigkeiten mit scharfen Messern mussten schlichtweg delegiert werden, denn am anderen Ende des Hofes wartete bereits das Queckefeld auf den Einsatz der freiwilligen Gärtnerschar. Mit Schippen, die schon imposante Sandburgen errichtet haben, rückten sie den grünen Übeltätern zu Leibe. Es wurde mit aller Kraft gebuddelt und gehackt – endlich zahlten sich die unzähligen Übungsstunden im Sandkasten und am sommerlichen Ostseestrand aus!

Um die Erwachsenen bei Laune zu halten und ihnen eine Verschnaufpause zu gönnen, gab es einen kurzen Besuch bei den auf dem Gelände lebenden Tieren bevor die Möhrenernte in Angriff genommen wurde.

Das minderjährige Küchenteam raspelte derweil Rote Bete und Karotten für den Mittagssalat bis die Hände lila und orange leuchteten, schnitt Kartoffeln und passte auf, dass Henry kein Fehler bei der Puddingzubereitung unterlief.

Kaum war aber der letzte Nudel-Kürbisketchup-Teller geleert, waren die fleißigen Heinzelmännchen schon wieder auf den Beinen, um Tannzapfen für den Ofen einzusammeln. Dank ihres selbstlosen Einsatzes sind die Gärtner des Hofes nun gegen die winterliche Kälte gewappnet.

Am Ende des Tages waren die Blümchen und Marienkäfer auf den erdverkrusteten Arbeitshandschuhen nicht mehr zu erkennen, die Hosenknie lädiert und die Schippen unauffindbar. Was soll`s … ein bisschen Arbeit muss ja auch für Mama und Papa bleiben.  

 

von Anne K

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Hoffest 2017

9. Oktober 2017

Zugegeben, das Wetter hätte für das diesjährige Hoffest etwas sonniger, wärmer und trockener sein können. Es hätte aber auch noch grauer, noch kälter und noch regnerischer sein können! Von diesem Standpunkt aus betrachtet, hatten wir unheimliches Glück mit der feucht-fröhlichen, abwechslungsreichen und erfrischenden Witterung. Endlich konnten die knallbunten Regenjacken wieder aus dem Schrank geholt werden, eng aneinander gekuschelt wurde es unterm Dach so richtig gemütlich und mit einer heißen Tee- oder Kaffeetasse in der Hand ließen sich die vorbeiziehenden Regenwolken erst in ihrer ganzen Pracht genießen.

 

Wer sich an dem schaurig-schönen Wetter sattgesehen, die Hofführung absolviert, das Kuchenbuffet geplündert und die Saftpresse fleißig betätigt hatte, konnte sich in das ausgeklügelte Sauerkrautfließbandsystem einreihen. Je nach individueller Begabung wurden dabei entweder monströse Spitzkohlexemplare zerlegt, zerlegte monströse Spitzkohlexemplare fein gehobelt oder zerlegte und feingehobelte monströse Spitzkohlexemplare mit funktionellem Schuhwerk, modischer Kopfbedeckung und zu passender Hintergrundmusik weich gehüpft, getanzt und getrampelt.

 

Zum Ausruhen von den Sauerkrautstrapazen ging es dann zum Cross-Country-Traktorfahren mit Henry. Gebettet auf Decken, Kissen und Gymnastikmatten ging es für viele kleine wetterfeste Nachwuchsgärtner mit verschmierten Schokokuchengesichtern und ihren Erziehungsberechtigten unter Missachtung so ziemlich aller Regeln der Straßenverkehrsordnung über Stock und Stein, Weg und Feld, Elbwiesen und Elberadweg, geradeaus, 20 mal rechts im Kreis, 30 mal links im Kreis, slalom und manchmal sehr nah am steilen Deichabgrund entlang durch die beschauliche Radebeuler Herbstlandschaft. Obwohl mancher nur haarscharf einem gehörigen Drehwurm und einer Kollision mit einem herabhängenden Ast entging, kehrten alle Insassen wohlbehalten und etwas wackelig auf den Beinen zum Hof zurück.

 

Sein Ende fand das Hoffest mit einem bunten Salat, einem deftigen Zwiebelkuchenstück oder einer wärmenden Suppe im Schoß und begleitet von Akkordeonklängen vor dem flackernden Lagerfeuer.

 

Vielen Dank an alle Helfer für dieses schöne Fest!

 

von Anne

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Mitmach-Feier-Tag der Einheit

3. Oktober 2017

Heute war so richtige frühherbstliche Stimmung bei dein Hof. Mit ordentlich Gegenwind auf der Radtour von Dresden nach Radebeul begann der Tag.

Doch die Anfahrt hat sich gelohnt. Es wurde geerntet, lecker Mittag zusammen gegessen und am Nachmittag das Gewächshaus leer geräumt. Alte Gurken-, Paprika- und Bohnenpflanzen wurden abgehangen und aus dem Dschungel wurde durch die vielen fleißigen Mitglieder in Null Komma Nix ein schöner Boden, auf dem bald Feldsalat, Spinat, Asiasalate und Postelein ihr warmes Winternest finden.

Aber was passiert mit den dutzenden Schubkarren voller Grünschnitt?

Nichts geht verloren. Der Kreislauf wird mit dem Bau eines Komposts geschlossen. Bevor das Grünzeug dafür aufgestapelt werden konnte, musste es erstmal zerhackt werden, damit es schneller von den Bodenlebewesen zersetzt werden kann. Nach der Hackorgie mit Spaten, bei der auch etwas Alltagsfrust sein Ventil gefunden hat, wurde gestapelt. Zum Glück gab es hier schon einen Kompostworkshop, deswegen kannten sich ein paar der Mitglieder schon bestens aus.

Wir hatten heute auch erstmals tatkräftige Unterstützung von unserem neuen FÖJler Georg. Willkommen im Team!

 

Julie, Redaktion Janine

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Möhrenernte

Möhrenernte

Lisa, Georg und die Gurkenrolle

Lisa, Georg und die Gurkenrolle

von den Gurken keine Spur mehr

von den Gurken keine Spur mehr

nach all dem Regen und der Sonne..

nach all dem Regen und der Sonne..

Sommerfest im Botanischen Garten

18. September 2017

Zum Sommerfest des Botanischen Gartens darf unser Gemüse nicht fehlen!

So schnallten Flo und Nils am Morgen des 6. August ein paar Kisten Gemüse aufs Lastenrad und transportierten es CO2 neutral in die Stadt. Damit konnten wir einen wundervollen Stand gestalten.

Mit Hut, Charme und Tomate konnten wir mit einigen interessierten Besucher*innen in spannende Diskussionen zur Landwirtschaft, Gemüseanbau und Hofleben eintauchen.

Unsere Tomate „Goldmarie“ war der Renner und die weiße Beete schonmal Anlass über Gemüsesorten zu diskutieren. Henry konnte alle Fragen beantworten. Beim lauschen konnte man lernen, dass Mangold und Rote Beete im Prinzip die gleiche Pflanze sind, nur als Kulturpflanze jeweils auf verschiedene Merkmale gezüchtet.

 

von Julie

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Fragen zum Gärtnern bei deinHof

12. September 2017

Wer entscheidet was angebaut wird?

Die Gärtner planen den Anbau mit Sorten und Mengen. Dabei gehen sie nach den Erfahrungen der letzten Jahre zu Ertrag, Geschmack, Pflegeaufwand, etc. und den Bedürfnissen und Anregungen der Mitglieder, die durch die Auswertung der Umfragen zugänglich werden.

Generell ist zu sagen, dass wir immer noch am Ausprobieren sind und es viele Jahre braucht um Erfahrungen zu sammeln. Um dann z.B. zu entscheiden, ob eine bestimmte Kultur nicht zu unserem Standort passt oder wir die Anbaubedingungen verändern müssen.

 

Wo kommt das Saatgut her? Erzeugen wir auch selbst welches?

Die Jungpflanzen beziehen wir von der Biogärtnerei Watzkendorf GmbH, das Saatgut von der Bingenheimer Saatgut AG, der Johannishöhe Tharandt (Dresdner Plattrunde), selbst erzeugt haben wir zum Beispiel Saatgut für die Weiße Beete.

 

Wird der verstärkte Einsatz von alten Sorten geplant? Welche Rolle spielt biologische Vielfalt?

Grundsätzlich ist uns Vielfalt wichtig und wünschenswert, allerdings machen wir (noch) keine eigene Jungpflanzenaufzucht und sind daher von der Verfügbarkeit von Jungpflanzen abhängig. Wir überlegen im nächsten Jahr in kleineren Umfang mit der Jungpflanzenanzucht zu beginnen.

Nicht alle alte Sorten bringen Vorteile, manchmal sind auch Neuzüchtungen alten Sorten vorzuziehen, zum Beispiel wenn diese besser an die regionalen Bedingungen angepasst sind. Dazu kommt, dass wir als Gärtner selbst bei vielen Sorten nicht genau wissen, ob es sich um eine alte oder neue Sorte handelt. Dazu gibt es nur selten Angaben von den Saatguthersteller. Konkrete Sortenvorschläge und ggf. ein Erfahrungsaustausch würden uns helfen euren Wünschen in die Richtung nachzugehen.

Alte Sorten die wir anbauen sind z.B. die Dresdner Plattrunde (Zwiebel die in Tharandt vermehrt wird) und die Weiße Beete. Prinzipiell baut deinHof nur samenfeste Sorten an, keine Hybridsorten.

 

Hat die Erweiterung der Fläche einen Einfluss auf die Sortenvielfalt?

Durch die Erweiterung werden Möglichkeiten zur Vergrößerung der Vielfalt eröffnet, wir müssen als Gärtner überlegen, was sinnvoll ist und ob wir die zusätzliche Arbeit bewältigen können. Mehr Sorten bedeuten für uns auch zusätzlichen Aufwand und Verzehrung von mehr zeitlichen Ressourcen sowie mehr Überblick zu behalten.

Die Sorten variieren z.B. in der Größe des Saatgutes, es müssen also andere Einstellungen bei der Sämaschine gefunden werden, sie können sich im Anbau anders verhalten usw.

 

Gern weiterhin viele oder noch mehr verschiedene Sorten (Möhren, Kartoffeln, Rüben).

Aktuell haben wir 7 Möhrensorten und 4 Rote Bete Sorten – falls hier mehr oder andere Sorten gewünscht sind, wären konkrete Vorschläge wichtig. Bei den Kartoffeln könnt ihr gern noch Vorschläge machen, da wir sie im nächsten Jahr selber anbauen.

 

Es gab gefühlt wenig Kohl im letzten Winter, kann für dieses Jahr wieder mehr geplant werden? Mehr Sauerkraut wäre gut.

Durch die Kohlhernie (ein bodenbürtiger Pilz) hatten wir sehr große Ausfälle beim Kohl, geplant war bei den Kopfkohlen etwa die doppelte Menge zu ernten. Da der Pilz vor allem auf einem Teil der Flächen im Boden ist, wird die diesjährige Ernte voraussichtlich wesentlich besser. In den kommenden Jahren werden wir die betroffenen Flächen meiden und durch die neuen Flächen können wir unsere Fruchtfolge vergrößern.

Dann kann auch mehr Kohl für die „Sauerkrautproduktion“ beim Hoffest/Sauerkrautfest/Erntedankfest angebaut werden.

 

Gibt es die Möglichkeit Süßkartoffeln anzubauen?

Süßkartoffeln können in unserem Klima nur im geschützten Anbau stattfinden und das Folienzelt ist schon voll belegt, wenn wir mehr Folienzeltfläche zur Verfügung haben, können wir darüber nochmal nachdenken.

 

Kann mehr Spinat angebaut werden?

Wir versuchen es weiterhin mit dem Spinatanbau, haben aber auch in diesem Jahr nur geringen Erfolg, da wir Probleme mit der Keimung haben. Wir bleiben dran - interessant für uns ist, ob der Neuseeländer Spinat eine Alternative für dich sein kann, denn der wächst super und kann übers Jahr mehrfach geerntet werden. Wir freuen uns auf Rückmeldungen.

 

Könnte Chicorée mit in das Angebot aufgenommen werden? Das wäre schön.

Beim Chicorée werden die Wurzeln im Herbst geerntet und dann im Winter in Wasser oder Erde im Dunkeln und warmen getrieben...für diesen Vorgang haben wir aktuell keinen geeigneten Raum.

 

Wird es Schwarzkohl geben?

Ja.

 

Vielleicht kann man die Kartoffelmengen noch etwas mehr strecken, dass es nicht mehrere Wochen mit 1kg Kartoffeln hintereinander gibt? Warum werden Kartoffeln rationiert?

Wir haben gemäß unserem Anteil an der Kartoffelernte eine bestimmte Menge an Kartoffeln vom Schellehof bekommen (wir haben 1kg/EA und Woche geplant) und haben versucht sie gleichmäßig übers Jahr zu verteilen, deshalb waren sie rationiert.

Im folgenden Jahr werden wir selber Kartoffeln anbauen und können erst wenn wir die Erntemengen haben einschätzen wieviel wir ausgeben können.

Gerade bei den Kartoffeln gehen die Bedürfnisse stark auseinander, mit dem Kilo haben wir versucht einen Durschnittswert zu finden. Bedarfsgerechte Umverteilung innerhalb der Verteilstationen kann gerne stattfinden, hier kann z.B. auch die Umfrageauswertung Orientierung für euch bieten.

 

Kann der Obstanteil weiter ausgebaut werden?

Ja, wenn jemand die Koordination übernimmt und wenn sich eine Mehrheit findet. Wolfgang (Besitzer der Streuobstwiese in Gohlis von der wir Obst und Saft bekommen) hat starkes Interesse an einer Weiterführung der Kooperation, aber auch an mehr Verantwortungsübernahme bei der Pflege von deinHof.

Mit der Erweiterung der Flächen besteht auch die Möglichkeit Obst auf dem Hof anzubauen. Wir sind aktuell bei der Aufstellung einer neuen Fruchtfolge und es stehen nun auch Flächen zur Verfügung die für den Obstanbau genutzt werden könnten. Dabei vor allem Bereiche, welche durch ihre Form, nicht gut in unsere Fruchtfolgeplanung passen. Beerenobst ist hier in den nächsten Jahren das realistischste.

 

Wie wird gegen Schädlinge vorgegangen?

Mit Nützlingsstreifen wollen wir die biologische Vielfalt erhöhen und damit auch die Gegenspieler der Schädlinge zu fördern, auch wurde bereits eine Hecke angelegt. Ansonsten durch: Absammeln, Nützlinge (auch Katzen wegen der Mäuse), Schneckenkorn (bio), Spritzmittel (bio, z.B. Seifenlauge), Kulturschutznetze, ...

 

Wie wird gedüngt? Welchen Anteil hat eigener Kompost?

Gedüngt wird z.B. mit Kleegraspellets (regional,), Kompost, gequetschte Ackerbohnen (vom Schellehof), Schafwollpellets, Silage (als Mulch).

Kompost spielt mengenmäßig bei der Düngung einer eher untergeordnete Rolle, wir setzen ihn vor allem zur Bodenverbesserung ein und sind beim Umfang auf die Menge des Pferdemistes vom Pferdehof abhängig, da bei uns nur aus dem Folienzelt im Herbst größere Mengen an organischem Material anfallen.

 

Wie können nicht perfekte Früchte genutzt werden?

Es wird möglichst viel mit den Ernteanteilen an die Mitglieder ausgegeben, was nicht zur Lagerung oder zum Verzehr geeignet ist, bleibt auf dem Acker und wird in den Boden eingearbeitet. Nicht transportables Gemüse wird auf dem Hof zu Mittagessen an Mitmachtagen verkocht, der Rest wird zur Düngung kompostiert.

 

Leider habe ich im Winter/Frühling sehr oft verschimmeltes Gemüse in der Verteilstation vorgefunden und habe es entweder nicht mitgenommen oder zu Hause gleich entsorgt. Möglicherweise ist der Schimmel nur draußen auf der Schale (Möhren, Pastinake, Rote Beete), aber ich kann es mangels Fachwissen nicht bewerten. Ich bin über diese Thematik sehr besorgt. Ich habe es seit dem Anfang von deinHof in jedem Winter mal mehr, mal weniger ausgeprägt wahrgenommen und ich überlege, ob ich weiterhin Wintergemüse von deinHof beziehen möchte und da diese "Rosienenpickerei" wenig sinnvoll erscheint, ob ich überhaupt im Projekt bleiben möchte. Es ist für mich tatsächlich eine Erfahrung, wie wir hier "alte Probleme" wiederentdecken und warum es die Entwicklung zur neuen Sorten, Chemie, energieintensiver Lagerkühlung etc. gegeben hat.

Das beschäftigt uns ebenfalls sehr. Wir wollen die Lagerbedingungen verbessern und uns evtl. eine Kühlzelle zulegen, aber auch die Lagerung in Mieten ausprobieren, welche für Wurzelgemüse sehr gut sein soll.

Ich bin gerade dabei Informationen zu Schimmel an Gemüse und seinen gesundheitlichen Folgen einzuholen und werde sie gesammelt an euch weitergeben.

 

Ist Ernte auch am Wochenende möglich?

Für alle Gemüse die für den Winter gelagert werden, finden – wenn das Wetter passt – auch an den Mitmachsamstagen im Herbst Ernteaktionen statt, an denen die Mitglieder sich beteiligen können.

Eine selbstständige Ernte durch die Mitglieder am Wochenende ist nicht wünschenswert, da eine Anleitung durch die Gärtner immer wichtig ist.

 

Gibt es einen Plan für Ernteausfälle?

Ernteausfälle bei einzelnen Kulturen gehören zum gärtnerischen Risiko, durch die Vielfalt der angebauten Kulturen kann die Gesamtversorgung trotzdem gewährleistet werden. Bei größeren Ernteausfällen, z.B. durch heftige Witterungsereignisse oder Hochwasser muss gemeinsam entschieden werden, wie eine Versorgung gewährleistet werden kann. Dafür gibt es aber bisher keinen Plan.

 

Gibt es eine Gemüsekartei mit Tipps zum Anbau?

Bei den Mitmachtagen können die Mitglieder sich Infos holen, wie wir den Anbau machen und ihre Fragen im informellen Gespräch loswerden. Ansonsten gibt es auf dem Hof Bücher zum Thema in denen geschmökert werden darf, eine mögliche Anlaufstelle im Netz: https://www.arche-noah.at/ .

 

 

von Henry und Steffi, Redaktion Janine

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unser Zwiebelsorten: Die Lokalberühmtheit Dresdner Plattrunde, Robelja, Bajosta

unser Zwiebelsorten: Die Lokalberühmtheit Dresdner Plattrunde, Robelja, Bajosta

die Kräuterecke mit der leuchtenden Speisetagetes

die Kräuterecke mit der leuchtenden Speisetagetes

der erste Teil der Hokkaidoernte, es kommen natürlich noch mehr und andere Kürbisse

der erste Teil der Hokkaidoernte, es kommen natürlich noch mehr und andere Kürbisse

eine Freude: der Blühstreifen im Folienzelt

eine Freude: der Blühstreifen im Folienzelt

Rucola und Stilmus blühen nach der Ernte

Rucola und Stilmus blühen nach der Ernte

Mai und August

4. August 2017

Der Sommer ist seit ein paar Wochen da! Mit reichlich Gurken, jetzt auch Unmengen Tomaten und einigen Paprika..
Vor drei Monaten sah das noch ganz anders aus : )

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Anfang Mai

Anfang Mai

Anfang August

Anfang August

Verqueckt nochmal!

1. August 2017

Gibt es etwas Erquicklicheres, als seinen Samstag mit Quecke zu verbringen? Das ist selbstverständlich eine rhetorische Frage, bei der die Antwort auf der Hand liegt: Nö!

Jedes Kind weiß jedoch, dass man eine Horde queckehungriger Freiwilliger nicht ohne Training auf einen Queckeacker loslassen darf. Zur Erwärmung und als kleine Fingerübung wurde daher erst einmal ein Kompost umgesetzt. Nachdem dieser und wir selbst von allen Seiten gut mit Steinmehl, Kohle, Stroh und Schweiß bedeckt waren, konnten wir mit Stolz auf ein architektonisches Meisterwerk blicken, dessen Funktionalität und schlichte Schönheit selbst einen Kunstbanausen in seinen Bann zieht.

Anschließend ging es zur Königsdisziplin des Unkrautzupfsports: der Queckejagd.

Diese uralte Form der körperlichen Betätigung verlangt ein Höchstmaß an Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit. Jeder Sportler entwickelt dabei seine ganz eigene Technik, um mit der Quecke in seinem Leben fertig zu werden: kniend, sitzend oder stehend/singend, fluchend oder in sich gekehrt/ schnell, langsam oder in gemäßigtem Tempo/pingelig, aufs Grobe bedacht oder moderat in der Auswahl der unterirdischen Ausläufer/mithilfe von Grabegabel, Hacke oder Händen. Dabei werden diese Queckebewältigungskonzepte entweder monoton, abwechselnd oder gleichzeitig angewandt – je nach Gemüt, Sonnenstand und aktuellem Leistungsniveau.

Am Ende des Tages gab es trotz der Anstrengung nur Gewinner und keine Verlierer (außer der Quecke), die mit deftiger Hausmannskost, Eis am Stiel und in der Waffel, einer Gourmetführung über den Hof inkl. Verkostung von hervorragendem Gemüse, überraschend leckerer Wildkräuter und gewöhnungsbedürftiger Blumen sowie einem Dudelsackkonzert belohnt wurden.  

 

von Anne K.

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der schönste Kompost der Welt

der schönste Kompost der Welt

die Queckeausbeute.. schon angetrocknet

die Queckeausbeute.. schon angetrocknet

vorher, nachher - von rechts nach links

vorher, nachher - von rechts nach links

Kunst beim Kompost?

Kunst beim Kompost?

Auf das uns der Lauch nie ausgeht

3. Juli 2017

Ich hoffe, ihr mögt Lauch.
Viel Lauch.
Im Sommer, im Herbst und im Winter.
Roh, gebraten, gebacken oder gekocht.
Als Salat, zu Kartoffeln, im Eintopf, in der Suppe, auf dem Brot oder überm Auflauf.
Zum Frühstück, zum Mittag, zum Abendbrot und für Zwischendurch.
Wer kennt nicht den Spruch: „Lauch kann man nie genug haben“ (oder so ähnlich)?

Unter Lisas fürsorglichem Kommando krochen zahlreiche Mitglieder Anfang Juli mit Pflanzen in der einen und exakt 14 cm langen Holzstäbchen in der anderen Hand über den Acker. Bei so viel Engagement wurde das Tagesziel (Pflanzung von massenhaft Lauch) bereits bis zum Mittag erreicht.

Gestärkt, mit Vitaminen vom Feld und aus dem Folienzelt sowie leicht verdaulichen Kohlenhydraten aus dem Topf, ging es an die Zusatzaufgaben, die Lisa für solche Fälle immer parat hat. Niemand soll behaupten können, er habe sich an einem Mitmachtag gelangweilt oder unfreiwillig Däumchen gedreht! Blitzschnell wurden also noch drei endlos lange Reihen mit Wirsing gepflanzt. Und da wir gerade so schön in Schwung waren, konnten wir bei Lisas enthusiastischem Vorschlag „Mindestens eine Reihe Kohlrabi schaffen wir noch, oder?“ nur nicken. Wer sollte uns schon stoppen? Doch nicht diese langsam herannahende, läppische, dunkelblaue Gewitterwolkenfront.
Nun ja.
Ganz so langsam war sie nicht. Läppisch auch nicht. Seit Samstag ist gewiss: Regen kann weh tun.

Wenn ihr also in ein paar Monaten mit Genuss in einen handballgroßen Superschmelz beißt, legt eine kleine Gedenksekunde für die Jungen und Mädchen ein, die bei der Pflanzung viele trockene Klamotten und den Glauben an  federleichte Sommerschauer verloren haben.  

 

von Anne K.

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Ein Herz für Kohlpflanzen

19. Juni 2017

Punkt 11 Uhr am Freitag ging bei allen Mitgliedern unserer Hofgemeinschaft ein elektronischer Hilferuf der Gärtnerschaft ein. Es wurden viele liebevolle Hände gesucht, die all den kleinen verwaisten Weißkohlpflänzchen am Samstag ein neues Zuhause suchen und ihnen die Eingewöhnung in ihrer neuen Umgebung so leicht wie möglich machen würden. Der verzweifelte Appell trieb zahlreiche Kohlliebhaber- und Kohlliebhaberinnen auf den Hof und knietief in das Silagebeet. Bei so viel Zuneigung werden aus den Lütten ganz bestimmt gesunde und lebensfrohe erwachsene Köpfe, die über die plumpen Annäherungsversuche von Kohlfliege, Kleinem Kohlweißling und Kohlmotte nur müde lächeln und ihre Verantwortung als leckeres Sauerkraut ernst nehmen.

Wer danach noch etwas Liebe übrig hatte, konnte das Silagebeet für den Rotkohl- und Spitzkohlnachwuchs vorbereiten oder sich auf dem Möhrenfeld austoben. Die geballten Carotinbomben mussten aus der heftigen Umklammerung von diversen Unkräutern befreit werden. Leider (oder auch nicht) gab es dabei Verluste in den eigenen Reihen, die jedoch mit einem Happs vergessen waren. Wer jetzt denkt, so ein Nachmittag im wogenden Karottengrün sei nur ein Genuss für den Magen: Weit gefehlt! Ein paar Meter weiter legte eine Gruppe Nacktradler eine wohlverdiente Bierpause ein und bot damit einen befreienden Anblick.

Loslassen fiel am Ende des Tages wie immer schwer. Fest geplant war der Zug um 15.30 Uhr nach Dresden. Dann kam eine Runde auf dem Traktoranhänger und ein Wettbewerb im Silageweitwurf dazwischen. Nicht so schlimm. Der Zug um 16.30 Uhr reicht ja noch. Die eine Möhrenreihe noch bis zum Ende - 17.30 Uhr fährt auch noch ein Zug. Nur noch kurz das Netz über die Möhren feststecken. 18 Uhr: Hat noch jemand Platz im Auto?   

 

von Anne K.

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Die Hochstapler vom Dienst

23. Mai 2017

Ein neuer Samstag. Ein neuer Mitmachtag auf unserem Hof.

Diesmal wurde dafür gesorgt, dass ihr in ein paar Wochen euren Feierabend bei sommerlichen Temperaturen mit einem schönen Ratatouille aus Paprika, Tomaten und Auberginen genießen könnt. Die mediterranen Kräuter dazu stehen auch schon in den Startlöchern. Nur um Olivenöl müsst ihr euch selbst kümmern.

Außerdem wurde ein neuer Hofrekord in der Disziplin „Wie viel Kilo Silage können von Menschenhand und ohne Doping auf einen Traktoranhänger geschichtet werden“ aufgestellt. Welch ein Glück, dass wir für diese Herausforderung Philipp gewinnen konnten, der sich seit seiner Kindheit mit unzähligen Stunden Tetris auf diesen Moment vorbereitet hat. Auch der Rest des Teams trotzte heldenhaft den schwierigen Windverhältnissen - verbunden mit Silage im Haar, in den Augen und im Mund – und der dominanten Geruchskulisse. Was bleibt am nächsten Morgen ist Ruhm, Stolz und Muskelkater.        

Wen ich bis hierhin noch nicht für die Mitmachtage begeistern konnte, sei Folgendes verraten:
Die Hängematte wurde aus ihrem langen Winterschlaf geweckt und baumelt nun einladend im Schatten himmelhoher Nadelbäume. Vielleicht lasst ihr euch aber auch von Henrys Backqualitäten locken. Mal so eben einen Viererlei-Rhabarber-Dessert mit extra-dicken Streuseln aus dem Ärmel schütteln? Kein Problem.

Und wem das noch nicht reicht, gerät ganz bestimmt bei der Vorstellung in Verzückung, auf den Knien und mit einer schwedischen Jätefaust bewaffnet durch bis an den Horizont reichenden Zwiebelreihen zu robben, um klitzekleinen Unkräutern den Gar aus zu machen. Diese Art der Meditation ist noch ein Geheimtipp, steht aber bestimmt bald auf dem Programm hiesiger Fitness- und Wellnessstudios. Um den Anschluss an diesen Trend nicht zu verpassen, solltet ihr euch alsbald einen Platz in einem Gratis-Anfängerkurs sichern – immer dienstags, mittwochs und an jedem zweiten Samstag.

 

von Anne K.

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Liebe und Gemüse

16. Mai 2017

Ich bin Anne und hatte das Glück von April 2015 bis Ende Februar 2017 bei deinHof zu gärtnern und leckeres Gemüse mit anzubauen. Aufgrund von Schwangerschaft bin ich seit März 2017 nicht mehr aktiv auf dem Hof dabei, doch mit dem Herzen weiterhin stark verbunden. Am 6. Mai 2017 habe ich Dirk geheiratet und da konnten wir es uns nicht entgehen lassen deinHof als wunderbare Fotokulisse zu nutzen, denn beim Hoffest 2015 haben sich genau an diesem Ort das erste Mal unsere Wege gekreuzt. Der 6. Mai war auf dem Hof gleichzeitig ein großer Mitmachtag, wo der Folientunnel mit Sommerkulturen bepflanzt wurde und uns unglaublich viele strahlende Gesichter empfingen. Was für ein Geschenk. Das schöne Wetter, die Kulisse, die vielen bunten Menschen und eine super Fotografin haben uns zu sehr schönen Fotos inspiriert ;-). Vielen Dank für die schöne Zeit.
 

von Anne H. geb. D.

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Martina, Trixi und die Goldmarie präsentieren sich!

8. Mai 2017

Trixi, Goldmarie und Matina sind nur ein paar der Schönheiten, mit denen wir einen frühlingshaften Sonnabend verbringen durften.

Zusammen mit vielen anderen großen und kleinen Helfern haben wir dafür gesorgt, dass jede der Damen den zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit erforderlichen Freiraum von 50 cm zur Verfügung hat und es damit unter ihnen nicht zum Zickenkrieg kommen kann. Rundum gut eingepackt in Unmengen von Silage rücken ihnen nun keine ungebetenen Unkräuter auf die Tomatenpelle, die ihnen in der Sonne stehen. Das gibt nur einen unregelmäßigen Teint. Welche Tomate, die etwas auf sich hält, zeigt sich schon gerne mit unschönen Bikinistreifen?

Die Damen mögen uns verzeihen, dass sie zum Teil versehentlich mit einem Bauch gepflanzt wurden. Wir waren zwar sehr um eine schlanke einheitliche Linie bemüht, aber auch Tomatenpflanzen lassen sich eben nicht in ein bestimmtes Körperschema pressen. Also, zeigt her eure Kurven, Ladys!

Neben unserem aufopferungsvollen Einsatz unterm Foliendach blieb aber genug Zeit, um auch über Themen zu sprechen, die sich nicht nur um den italienischen Nachwuchs drehten. Sei es mit Nicolas über die französische Präsidentschaftswahl, mit Katja über die Vor- und Nachteile von Wohneigentum und Rezepte für eine gelungene Tomatensauce, mit Manuel über Sauerteigprobleme, mit Solveig über elektronische Französisch-Nachhilfe, mit Juli über den leckeren Inhalt der wöchentlichen Erntekiste und mit Juliane über das Einmaleins eines ordentlichen OP-Knotens.

Um unser leibliches Wohl sorgten sich fleißige Heinzelmännchen und -frauen, die riesige Pfannen, Töpfe und Schüsseln mit warmen und kalten Gemüsegerichten hervorzauberten. Da blieben keine Wünsche offen und kein Magen leer. Gespeist wurde, wie es sich für tüchtige Freizeitgärtner gehört, auf einer Löwenzahnwiese sitzend mit der Sonne im Gesicht.

So lässt es sich leben und arbeiten. Ein schöner Start in den Mai!

 

Anne K.

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die gepflanzten Tomaten bekommen ihre Stricke zum emporschlängeln

die gepflanzten Tomaten bekommen ihre Stricke zum emporschlängeln

weniger grazil sieht es bei den Paprika Rankhilfen aus - zwischen den Pfosten werden Querstricke gespannt

weniger grazil sieht es bei den Paprika Rankhilfen aus - zwischen den Pfosten werden Querstricke gespannt

Erlebnisse der Bieterrunde von Anne

14. März 2017

Am 5. März 2017 war es endlich soweit. Das Ziel fest vor Augen trotzten ich und mein treues zweirädriges Gefährt der steifen Brise aus Nordwest und kämpften uns Meter um Meter entlang der Elbe an den diesjährigen Austragungsort der deinHof-Festspiele heran. Obwohl ich überpünktlich war, wimmelte es im Casino des Radebeuler Wasaparks bereits vor Menschen mit Schüsseln, Töpfen, Instrumenten, Zweigen, Kindern an der Hand, Kindern am Bauch und lose umherspringenden Kindern.

Bevor ich mir aber nach der morgendlichen sportlichen Herausforderung einen Sitzplatz zum Verschnaufen suchen konnte, wurde ich am Eingang freundlich aber bestimmt von den Anmeldedamen abgefangen. Mit einem Namensschildchen an der Brust und diversen bunten Blättern im Schlepptau ging es nun zur Sitzplatzgruppe meiner Verteilerstation. Das Finden war kein Problem dank künstlerisch gestalteter Hinweiswölkchen. Nachdem ich das liebevoll hergerichtete kulinarische Mitbringsel auf dem vorbildlich strukturierten (vegetarisch herzhaft, vegan herzhaft, nicht vegetarisch herzhaft, vegetarisch süß, vegan süß) Buffet untergebracht hatte, hieß es abwarten, Menschen beobachten und den schönen Celloklängen lauschen.

 

Das offizielle Programm begann Schlag 10 Uhr mit einer ruhigen Minute zum Ankommen und gemeinsamem Singsang zum Aufwärmen. Danach wurden die Namen und Gesichter der fleißigen guten Geister im bürokratischen Hintergrund des Projektes vorgestellt und mit wohlverdientem Beifall bedacht. Henry nutzte die Gelegenheit am Mikrofon, um deutlich zu machen, was ihm auch in diesem Jahr am Wichtigsten ist: Das Interesse an dem Projekt. Mitglieder und Nichtmitglieder sind daher an den Mitmachtagen auf dem Hof immer gerne gesehen, immer willkommen und immer ein erfreulicher Anblick.

Das Projekt lebt vom Miteinander und Füreinander. Miteinander bieten, arbeiten, feiern, lernen, reden, Probleme sehen, Lösungen finden, in die Zukunft schauen und die Welt gestalten. Füreinander einstehen, da sein, Verantwortung übernehmen und in die Bresche springen. Das i-Tüpfelchen ist die gemeinsame Freude an leckerem, gesundem und vielfältigem Obst, Gemüse und Getreide.

 

Nach der ersten Bieterrunde wurde das reichhaltige Buffet mit großem Appetit, aber in einer vorbildlichen Schlange wohl geordnet gestürmt. Drängeln und Schubsen war auch gar nicht nötig. Es war für jeden Geschmack, jeden Hunger, jede Allergie, jede Vorliebe und jede Abneigung etwas dabei – und davon mehr als genug. Eine Schüssel bunten Salates im Schoß, ein Saxophon-Duo im Ohr und nette Gespräche – so lässt es sich vorzüglich speisen.

 

Nicht so leicht verdaulich waren dagegen sowohl das Ergebnis der ersten als auch der zweiten Bieterrunde. Doch aller guten Dinge sind drei. Und so konnte am frühen Nachmittag froh und mit Erleichterung verkündet werden, dass das Budget auch für das kommende Jahr gesichert, ja sogar übersichert, ist.

 

Das Miteinander und Füreinander geht also in eine neue Runde und ich bin gespannt darauf, was es für Herausforderungen – sowohl sonnige als auch schattige – für uns alle bereithält.

 

Anne - Mitglied bei deinHof

Erlebnisse der Bieterrunde von Dorit

14. März 2017

„Will niemand singen, so sing aber ich, über Berg und Tal hört man den Schall.“

 

Auch wenn der Kanon zum Abschluss der diesjährigen Bieterrunde noch etwas holperig daherkam, so konnte man sich am Sonntag wieder davon überzeugen, dass das Projekt Früchte trägt und der Schall durch das (Elb)Tal gehört wurde.

 

Zu den im letzten Jahr 130 Ernteanteilen sind 10 dazugekommen. Statt den bisher 2 Hektar stehen ab diesem Jahr 4 Hektar zur Verfügung. Das sind mehr Leute, die mitmachen, das ist aber auch mehr Platz für mehr Gemüse und mehr Ruhefläche für nachhaltiges Bewirtschaften.

 

Henry beginnt das Zusammenkommen mit dem Gongschlag und gibt uns eine Minute Zeit, nochmal innezuhalten – anzukommen. Zeit zum kurzen Nachdenken, warum man/frau sich, warum ich mich, auch im vierten Jahr wieder auf ein neues Jahr einlasse.

Es ist natürlich das viele frische und schmackhafte Gemüse, das jetzt mit dem Postelein langsam anfängt und übers Jahr weiter anwachsen wird und für mich immer den Höhepunkt in den üppigen Tomatenlieferungen im Hochsommer findet.

Aber es ist auch, wie es Chelo später sagen wird, der solidarische Gedanke und das Wegbleiben von  Profitwünschen und Wachstumsbestrebungen. Es ist die stückweise Rückeroberung meines Essens – andere nennen es Ernährungssouveränität und das Bewusstsein, dass der Erde in Radebeul nichts Böses geschieht, dass alles gedeihen darf ohne Chemie und ohne Maßgabe und dass es auch Ruhe und Erholung für den Acker gibt.

 

Es folgt ein kurzer Rückblick, wer letztes Jahr alles gegärtnert hat. Unermüdlich und beständig Lisa und Henry, die Gründerinnen und dicken Säulen des Projektes. Nicolas, der letztes Jahr seine letzten Ausbildungsmonate bei deinHof angetreten hat und seit letzter Woche „fertiger“ Gärtnert ist. Anne, die jetzt erst mal Mutter wird, Albrecht, der bis Dezember mithalf und jetzt einen eigenen Hof hat, der Praktikant Martin und Priscilla, die als Praktikantin startete und nun seit Herbst ihre Ausbildung bei deinHof macht, der FÖJler Thorben, Marica als Betriebshelferin.

 

Neu hinzukommen dieses Jahr werden Steffi als neue Gärtnerin, wieder zwei Praktikantinnen, Lars, der bei der Gemüseverteilung unterstützen wird, Markus, der im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes sich etwas mehr um den Bürokram kümmern wird und wer weiß schon, wer übers Jahr noch den beruflichen Weg nach Radebeul finden wird.

 

Es gibt eine Fragerunde, in der verschiedene Menschen erzählen, wie sie das letzte Jahr erlebt haben. Wolfgang von der Streuobstwiese, Luise wie ihre Verteilstation funktioniert, andere Menschen, wie man ein Fest vorbereitet, das ‚internes@dein-hof‘-Postfach bearbeitet wird, sich die Mitmachtage gestalten. Wichtig ist Henrys Wunsch nach mehr Interesse und Verbindlichkeit. DeinHof ist keine Gemüsekiste. DeinHof bist Du, es sind Deine Pflanzen, Dein Acker – also komm raus und schau nach. Bei der Frage, wer denn in den letzten Jahren in Radebeul mitgeholfen hat, stehen zwei Drittel von den Stühlen auf. Ich wundere mich ein bisschen, dass da nicht der ganze Saal steht.

 

Ähnlich wird es bei den Bieterrunden. Erst im dritten Anlauf schaffen wir's. Ich bin enttäuscht.

Nach der ersten Runde fehlten 8.000 €! Wie kann das sein? Der monatlich nötige Beitrag liegt dieses Jahr bei 85 €, trotz Erhöhung des Gärtnerlohns, leichten Kostenanstiegs für Mehl und Kartoffeln, Obst-Kooperation und dank guten wirtschaftens nur 4€ mehr als letztes Jahr.
Warum braucht es drei Runden, bis alle die Geldbörse so weit aufmachen, dass die Gärtner ordentlich bezahlt werden können und Geld für den laufenden Betrieb da ist? In meiner Naivität hatte ich gedacht, wir schaffen es bereits in der ersten Runde.

 

Aber so ist das wohl. Bevor wir zum ersten Mal bieten, stellt Dirk noch Abrechnung 2016 und Budget 2017 vor. Dann geht es in die Mittagspause.

 

Gesättigt von all den leckeren Dingen auf dem Buffet starten wir in die zweite Runde. Die Zeit der Auszählung überbrücken Florian und Juli und werben eindringlich für die Mitarbeit am Projekt bzw. für die einzelnen Aufgaben, die alle wichtig und notwendig sind, um den Acker am Laufen zu halten. Hier ist dringend Beteiligung erwünscht.

 

Dann kommt die dritte Runde. Um hier die Auszählung zu überbrücken, hatten wir zum ersten Mal bei einem Bieterrundentreffen eine halbe Stunde Zeit, für uns als Verteilstation - um uns etwas näher kennenzulernen, die Neuen zu begrüßen und einzelne Fragen oder Änderungswünsche anzudiskutieren. Das hätte aus meiner Sicht ruhig länger sein können und die Mittagspause dafür etwas kürzer. Ein wichtiger und richtiger Punkt.   

 

Danach wurde das Ergebnis der dritten Runde bekanntgegeben. Aufatmen meinerseits. Mit dem eingangs erwähnten Kanon wurden wir noch einmal zur Gemeinschaft und auch wenn wir ihn in Moll gesungen haben – so liegt doch ein neues Jahr vor uns, mit jeder Menge gutem Gemüse, das auf uns warten wird. Ich freu mich sehr drauf und vielleicht klappts ja im nächsten Jahr beim ersten Mal.

 

Dorit - Mitglied bei deinHof