2020

Unsere Lagerernte 2020

9. November 2020

Florian, unser Lehrling steht mit einem Kartoffelherz vor dem Kartoffelacker - sieht gar nicht aus wie ein Kartoffelacker? Das liegt daran, daß nur ein paar Wochen nach der Ernte Christian dort Gründüngung eingesät hat. Ihr könnt auch ganz deutlich sehen, welcher Teil der Fläche eher abgeerntet wurde - nämlich da wo die Triticale grüner und dichter sind...

 

Dieses Jahr haben wir mit der Lagerernte ca. 3 Wochen eher begonnen als im letzten Jahr. Im Oktober waren wir ein großes Team mit 3 Praktikanten, einem Lehrling und einer FÖJlerin. So konnten wir schon Anfang Oktober neben der laufenden wöchentlichen Ernte und den Pflegearbeiten viele zusätzliche Arbeiten schaffen, wie die Vorbereitung der Erdmiete und des Lagerraumes inklusive Kalken. Juli hat uns ganz viel von der Vorbereitung für das Sauerkrautfest abgenommen und so hatten wir einen zeitigen Start in die Lagersaison. Bereits in den ersten beiden Oktoberwochen haben wir die rote Beete abgeerntet, damit sie nicht wie im letzten Jahr Gefahr läuft, von einem frühen Nachtfrost überrascht zu werden. Die Möhren werden laufend geerntet, es sind einfach sooo viele und sie vertrage Frost, sodaß wir auch jetzt im November noch frische Möhren ernten.

Bis Ende Oktober konnte die Weiß- und Rotkohlernte abgeschlossen werden und auch der Sellerie ist schon lange ab in die Großkiste. Dann mußten nur noch kühle Temperaturen kommen, damit das Lager schön runter gekühlt wird - die leider nicht kamen. Das bereitet uns ein bißchen Sorge, da mehrere Wochen lang über 10 Grad im Lager herrschten. Wir kühlen nur mit Luft, das heißt, wir lassen über Nacht die Lagertüren offen, wenn die Temperaturen unter 8 Grad Celsius sinken. So erreichen wir nach und nach eine optimale Lagertemperatur von 2 bis 4 Grad. Also hoffen wir, daß bald wieder ein paar kalte Nächte im Anzug sind und unser Gemüse schön frisch bleibt!

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So sieht unser Lager aus. Es ist schon fast voll, 4 Großkisten Möhren kommen noch dazu.

So sieht unser Lager aus. Es ist schon fast voll, 4 Großkisten Möhren kommen noch dazu.

Ihr seht, daß manches schon wieder austreibt - durch die zu warmen Temperaturen der letzten Wochen

Ihr seht, daß manches schon wieder austreibt - durch die zu warmen Temperaturen der letzten Wochen

Unsere Erdmiete ist jetzt zur Hälfte mit Möhren in Napfkisten gefüllt

Unsere Erdmiete ist jetzt zur Hälfte mit Möhren in Napfkisten gefüllt

Sauerkrautfest – Schnippeln, Stampfen, Feiern

20. Oktober 2020

Es ist eine schöne Tradition bei dein Hof geworden: Jedes Jahr im Oktober erntet das Hofteam Kohl, holt die Sauerkrautfässer aus dem Lager und lädt alle Mitglieder ein die Ernte zu verarbeiten. Denn mit vielen Händen macht es einfach mehr Spaß!

Sauerkraut ist eine ganz besondere Art der Lebensmittelveredelung. Mit etwas Salz einmassiert wird aus Weiß- und Spitzkohl ein Lebensraum für sehr gesunde Mikroorganismen, die das Kraut für uns bekömmlicher machen und nebenbei noch das Darm-Mikrobiom bereichern. Debbie, die Ernährungswissenschaften studiert und gerade ein Praktikum bei dein Hof macht, erklärte uns in einem spannendem Input warum das so gesund ist und welche anderen Arten der Fermentation es gibt.

2020 ist ein komisches Jahr, auch das Sauerkrautfest musste kreativ angepasst werden, um verantwortungsbewusst, gemeinsam arbeiten und feiern zu können. Statt Mitbringbuffet gab es eine große Kürbissuppe und alles fand im Freien statt. Zum Glück spielte das Wetter mit und so konnten wir im Grünen schnippeln, stampfen, lachen und der wunderbaren Band Ratatouille lauschen, die motivierende Musik spielte. Dazu gab es selbstgemachten Apfelsaft aus Äpfeln von umliegenden Streuobstwiesen.

Ein für uns alle ganz besonderes Highlight war die Begrüßung des neuen Traktors als Sinnbild unserer Resilienz. Wie einige schon gehört haben, sind wir im Frühjahr diesen Jahres Opfer eines Einbruchs mit Brandstiftung geworden. Die Traktorenhalle samt Fahrzeug und Werkzeugen lagen in Schutt und Asche. Durch eine starke Gemeinschaft, Spenden und Rücklagen konnten wir uns gut vom Schock erholen. Noch dazu wurde die Küche von fleißigen Mitgliedern und Helfer*innen renoviert und das Kochen macht wieder Spaß.

Nach der Hofführung saßen wir noch bis in die Abendstunden mit Stockbrot am Lagerfeuer und fröhnten den letzten warmen Herbststunden, bevor der Winter einbricht. Zeit der Reflektion und Planung für das nächste Anbaujahr.

Ein großer Dank geht an alle Helfer*innen, das Hofteam, die Band Ratatouille und alle Menschen die unsere Solawi unterstützen.

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Tomatenblog 2020

7. September 2020

Wissenswertes zur Tomate

Die Tomate (Solanum lycopersicum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Damit ist sie eng mit anderen Speisegewächsen wie der Kartoffel (Solanum tuberosum), der Paprika (Capsicum) und der Aubergine (Solanum melongena) verwandt. Lange als Liebesapfel oder Goldapfel bezeichnet, erhielt sie ihren heute gebräuchlichen Namen „Tomate“ erst im 19. Jahrhundert. Dieser leitet sich von xītomatl ab, dem Wort für diese Frucht in der Aztekensprache Nahuatl. Das Ursprungsgebiet der Tomate ist Mittel- und Südamerika, wobei die Wildformen von Nordchile bis Venezuela verbreitet und beheimatet sind. Die ursprüngliche Domestikation der Tomate ist nicht eindeutig geklärt: Es existieren die Peruanische Hypothese und die Mexikanische Hypothese. Die größte Vielfalt der in Kultur befindlichen Formen ist in Mittelamerika zu finden. Dort wurden Tomaten von den Maya und anderen Völkern etwa 200 v. Chr. bis 700 n. Chr. als „Xītomatl“ (Nahuatl für Nabel des dicken Wassers) oder kurz „Tomatl“ (dickes Wasser) kultiviert. Die ersten Tomatenpflanzen gelangten sehr bald nach der Eroberung Mittel- und Südamerikas nach Europa. Sie wurden Anfang des 16. Jahrhunderts von dem Spanier Hernán Cortés nach der Eroberung Mexikos erstmals nach Spanien gebracht. Sie wurde in Anlehnung an ihren aztekischen Namen als „tomate“ bezeichnet. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Tomatenpflanzen als Raritäten in den Gärten der Oberschicht gepflanzt. Da sie selten waren, symbolisierten sie Wohlstand und beeindruckten Besucher. In ganz Europa wurden Tomaten vorwiegend als Zierpflanzen genutzt, da man überzeugt war, dass deren Früchte nicht essbar oder sogar giftig seien. Diese Haltung änderte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts, als sich die Medizin weiterentwickelte.

Hauptbestandteil der Tomate ist Wasser (etwa 95 Prozent), außerdem enthält sie Vitamin A, B1, B2, C, E, Niacin, sekundäre Pflanzenstoffe sowie Mineralstoffe, besonders Kalium und Spurenelemente. Obwohl die Tomate ein Lebensmittel ist, sind das Kraut, der Stielansatz und der grüne Teil der Frucht durch das darin enthaltene Tomatidin (entspricht dem Solanin der Kartoffel) schwach giftig, das heißt unbekömmlich. Der Verzehr des Krautes oder sehr unreifer Früchte kann Übelkeit und Erbrechen zur Folge haben. Es wird daher auch von einigen Quellen empfohlen, bei der Vorbereitung von Mahlzeiten grüne Teile und den Stielansatz zu entfernen.

Die Lagerung der Früchte geschieht am besten bei 13 bis 18 °C und bei einer relativen Luftfeuchte von 80 bis 95 Prozent. Im Gegensatz zu Blattgemüse ist die Tomate bis zu 14 Tage haltbar. Dabei verliert sie kaum wichtige Inhaltsstoffe. Fälschlicherweise bewahren viele Verbraucher, aber auch Gemüsehändler und Einzelhandelsketten Tomaten in Kühlräumen oder im Kühlschrank auf, wo sie deutlich an Geschmack, Textur und Haltbarkeit verlieren. Ein Grund dafür ist, dass bei Temperaturen unter 12 °C Geschmacksstoffe wie Isovaleraldehyd, 2-Methyl-1-butanol oder 3-Methyl-1-butanol nicht mehr gebildet werden. Bei zu langer Aufbewahrung wird die Haut der Tomate dünner und schrumpelig, das Fruchtfleisch fällt etwas zusammen, und im Ganzen wirkt die Frucht danach etwas matschig und fühlt sich sehr weich an. Trotzdem ist die Tomate immer noch genießbar und nicht etwa schlecht. Tomaten soll man, wenn möglich, immer getrennt von anderem Obst und Gemüse lagern. Sie scheiden während der Lagerung Ethen aus, das den Stoffwechsel benachbarter Früchte oder Gemüse beschleunigt, so dass diese schneller reifen und in der Folge auch schneller verderben.

Unsere Sorten

Matina

Die Tomatensorte Matina stammt ursprünglich aus einem Züchtungsprogramm der Saatgutfirma Hild in Marbach am Neckar. Sie ist somit eine der wenigen in Deutschland gezüchteten Sorten. Pflanzen der Tomatensorte Matina werden bis zu zwei Meter hoch und wachsen kräftig. Die Blätter erinnern an Kartoffeln, sie werden kartoffelblättrig genannt. Die Früchte erreichen etwa fünf Zentimeter Durchmesser und werden bis zu 70 Gramm schwer. Die Tomaten werden bei Reife weich, die Haut ist zart und dünn. Der Geschmack von ist fruchtig, dabei ausgewogen süß-säuerlich und saftig.

Tica

Die Sorte reift relativ spät an der Pflanze und reift langsam nach. Die Früchte sind fest und auch bei schwierigen Bedingungen neigen sie nicht zu Platzern. Die saftigen 80-100g schweren, sehr gut haltbaren Früchte sind wohlschmeckend, mit leicht säuerlicher Note. Züchter der Sorte ist Kultursaat e.V., Richard Specht (Gärtnerei Piluweri).

Trixi

Ist eine Cherrytomatensorte mit platzfesten, sehr leckeren, kleinen, roten Früchten. Das Fruchtgewicht beträgt ca. 18-20 g. Die rund-ovalen Früchte haben eine kleine Spitze und hängen in hübschen, langen, z.T. doppelten Trauben an der harmonisch gestalteten Pflanze. Züchter der Sorte ist Kultursaat e.V., Silke Wedemeyer (Sudershausen).

Black Cherry

Black Cherry nennt sich diese mittlerweile weltweit beliebte dunkle Cherrytomate. Sie stammt aus den USA, wurde von Vince Sapp gezüchtet und ist seit etwa 2003 im Handel. Sie bildet lange Rispen und trägt köstliche dunkel- rotbraune Früchte. Verantwortlich für diese dunkle Fruchtfarbe ist ein Stoff namens Anthocyan, bei dem es sich um einen wasserlöslichen Pflanzenfarbstoff handelt. Auch in Heidelbeeren, Brombeeren und anderen dunkel gefärbten Früchten kommt Anthocyan vor. Der Farbstoff kann jedoch noch mehr, als lediglich Tomaten und Beeren dunkel zu färben: Die wertvollen Antioxidantien bekämpfen im menschlichen Körper freie Radikale und können so Krebserkrankungen vorbeugen. Dunkle Tomaten wie die diese Cherrytomate gelten daher als besonders gesund. Die Pflanzen haben normal- blättriges Laub und werden über 250 cm hoch. Black Cherry ist eine frühe Sorte, die von der Befruchtung bis zur Reife etwa 55 Tage benötigt. An den verzweigten Rispen wachsen jeweils mehr als 15 Tomaten, die in der Regel 3 bis 4 cm groß und bis zu 30 g schwer werden. Die runden Früchte haben 2 Fruchtkammern, saftiges weiches Fruchtfleisch und sind von einer weichen nicht ganz platzfesten Haut umschlossen. Der Geschmack dieser kleinen knackigen Tomaten ist wunderbar aromatisch, fruchtig-süß mit einer feinen säuerlichen Note.

Auriga

Auriga ist eine der seltenen deutschen Sorten und entstand in der ehemaligen DDR. Sie stammt ursprünglich aus Quedlinburg in Sachsen-Anhalt, gezüchtet wurde sie von Dr. Martin Stein. Sie kam 1980 in den Handel und ist bis heute fester Bestandteil der orangefarbenen Tomatensorten. Die Pflanzen der Sorte Auriga erreichen eine Wuchshöhe von etwa 160 Zentimetern, selten werden sie größer. Die runden, tieforangen Früchte hängen in verzweigten Rispen. Die Pflanze bildet ab Ende Juli saftige aromatische Tomaten mit süß, fruchtigem Geschmack aus. Der niedrige Säuregehalt eignet sich auch gut für Personen mit empfindlichem Magen. Die runden, teils auch leicht ovalen Früchte haben 2 bis 3 Fruchtkammern, zart schmelzendes Fruchtfleisch und sind von einer weichen Haut umschlossen.

Berner Rose

Berner Rose oder Rose de Berne heißt diese historische Fleischtomate. Sie soll aus der Schweiz stammen, was ihren Namen durchaus erklären würde, andererseits wird als Herkunftsland auch Frankreich genannt. Sie bildet unterschiedlich große rosarote Früchte und ist wegen ihres hervorragenden Geschmacks weltweit beliebt. Die Pflanzen haben normal- blättriges Laub und werden um die 180 cm hoch. Berner Rose ist eine mittel-späte Sorte, die von der Befruchtung bis zur Reife etwa 70 Tage benötigt. An kräftigen Rispen wachsen jeweils 5 bis 7 Tomaten, die 5 bis 8 cm groß und bis zu 200 g schwer werden. Die kleineren Früchte sind meist rund, die größeren etwas abgeflacht und leicht gerippt. Sie bestehen aus mehreren Fruchtkammern, haben saftiges weiches Fruchtfleisch und werden von einer dünnen nicht platzfesten Haut umschlossen. Der Geschmack ist aromatisch, süß-säuerlich, wobei die Süße dezent überwiegt.

Heart of Gold

Gesunde Ochsenherztomate mit gelb reifenden, herzförmigen Früchten. Die Pflanze hat einen gut zu pflegender Pflanzenaufbau. Die Sorte hat ein hohes Ertragspotential, die Früchte wiegen ca. 340 g und sind gut durchgefärbt mit gleichmäßiger Fruchtform. Der Geschmack ist sehr aromatisch. Züchter ist I. Attrot.

Verwendung von Tomaten je nach Sorte

Je nach Tomatensorte eignen sich bestimmte Tomaten besser für gewisse Gerichte als andere. Die folgende Tabelle gibt einen kleinen Überblick.

 

Tomatensorte

Verwendung

Fleischtomaten

gefüllte Tomaten, Tomatengemüse,
Eintöpfe

Rundtomaten

Rohkost, Suppen,
Gemüse, Salate

Eiertomaten & Flaschentomaten

Rohkost, Suppen,
Saucen, Eintöpfe

gerippte Tomaten

Tomatengemüse, Salate,
Eintöpfe

Kirschtomaten
(Cherry-, Cocktailtomaten)

Rohkost, Salate,
Garnierung für kalte Platten


 

 

Quellen: de.wikipedia.org, tomatenjunkie.de, plantura.garden.de, tomaten.de, bingenheimersaatgut.de, bioverita.ch, paradisi.de

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links: Heart of Gold, rechts: Berner Rose

links: Heart of Gold, rechts: Berner Rose

Black Cherry

Black Cherry

Tica

Tica

Trixi

Trixi

Matina

Matina

Auriga

Auriga

Pferdearbeit bei deinHof - wir können auch anders

23. Juni 2020

In Ermangelung funktionierender Maschinentechnik habe ich mich auf die alten Arbeitsweisen beim Hacken besonnen und Folgendes ist dabei herausgekommen: Man borge sich ein Pferd vom benachbarten Pferdehof und frage ein Reitermädchen, ob es nicht mal etwas Neues ausprobieren will. Und dann geht es ab in die Kartoffeln. Den alten Häufelpflug von Ralf zieht auch ein Shetlandpony locker. Es kommt da lang, wo selbst der Traktor nicht mehr hinkommt... Spaß für alle und die Kartoffeln sind gehäufelt :)

ein blog-Eintrag von Steffi

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Mit Frida, dem Shetlandpony und dem Pferdemädchen Emma wagen wir uns in die Kartoffeln

Mit Frida, dem Shetlandpony und dem Pferdemädchen Emma wagen wir uns in die Kartoffeln

Eine führt, eine schiebt und eine zieht...

Eine führt, eine schiebt und eine zieht...

Saisonauftakt bei dein Hof

15. April 2020

Es ist ein aufregendes Jahr, das nicht nur gesellschaftlich voller Turbulenzen startet. Auch bei dein Hof stand in den ersten 3 Monaten einiges an Umstrukturierung an.

Nach über 8 Jahren von der Idee bis zum heutigen Tag befinden wir uns nun an einem Übergang von der Pionierphase hin zu einem gut funktionierendem Organismus.

Wir wollen raus finden, wie die Solawi dein Hof so funktionieren kann, dass für alle ein faires geben und nehmen ermöglicht wird. Nach der Bieterrunde ist vor der Gemüselieferung! Neben den vielen Ehrenamtlichen Helfer*innen wagen sich nun 12 mutige Menschen verantwortungsvoll ans Gemüse (siehe Beitrag Bieterrunde).

Der Saisonauftakt stand ganz unter dem Zeichen der Zeit: im Stuhlkreis mit Sicherheitsabstand stimmten wir uns auf das gemeinsame Arbeiten ein. Dazu gehörten Arbeitsschutzbelehrung, Umgang mit Infektionsschutz bei der Arbeit, aber auch Arbeitsorganisation. Die haben wir für 2020 nochmal neu angepasst und in Verantwortungsbereiche aufgeteilt. Das ermöglicht schnelles, selbstverantwortliches agieren im eigenen Bereich. Damit wir die Übersicht behalten gibt es ein mal im Monat das Treffen der Verantwortlichen. Dort können wir schwierige Fragen klären und gemeinsame Entscheidungen treffen. Dabei üben wir uns in der Methode des Konsent aus dem Konzept der Soziokratie. Es hilft uns Entscheidungen zu treffen, die alle mit tragen können.

Dabei unterstützt uns unsere Ernteteilerin Julie, die die Treffen moderiert und eine regelmäßige Teamrunde durchführt, in der alle Angestellten Themen ansprechen können, die im stressigen Alltag keinen Platz finden.

Und schon beim Mittagessen nach dem Auftakt wurden eifrig die nächsten Arbeitsschritte besprochen, denn die Gartensaison steht in den Startlöchern.

Auf gutes Gelingen und eine schöne Saison 2020!

Bieterrunde dein Hof 2020

23. März 2020

Sensation am Wasapark in Radebeul: die Fahrradständer reichen nicht! - Achtung die „dein Hof“ Mitglieder kommen!


Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum.
Wenn viele gemeinsam Träumen ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.
Träum unsern Traum.


Ruck-Zuck füllt sich der große Saal in Radebeul für die mittlerweile 7. Bieterrunde. Im Vorfeld gab es schon viele Nachrichten und Gespräche, denn dieses Jahr ändert sich einiges. Damit der Hof lebendig und langfristig bestehen bleiben kann wollen wir dieses Jahr die Gärtner*innen entlasten und Ihnen Zeit zum Neuorganisieren der Abläufe geben.

Wir schauen zurück auf die letzte Anbausaison:

2019 wurden Landwirtschaftsmaschinen der TU-Dresden auf unseren Feldern ausprobiert und nahmen uns viel Arbeit ab.

Johann ein Nachbar half beim Kartoffeln legen und ernten sowie beim Pferdemist streuen.

Die Zwiebeln gab es große Probleme mit zuviel Unkraut. Nach Lösungen wird gesucht, aber im nächsten Erntejahr gibt es daher keine Zwiebeln.

Auch der letzte Sommer war wieder heiß und trocken, deswegen gab es kaum Mulchmaterial und es musste viel gegossen werden. Zum Glück blieb uns der Brunnen treu.

Es gab kein Hoffest, da die Kapazitäten weder im Gärtner*innenteam noch bei den Mitgliedern reichten. Dafür gab es im August ein gut besuchtes, produktives Hofwochenende und das traditionelle Sauerkrautfest im Oktober leitete die Lagerernte ein.

Die Erdmiete war dieses Jahr das zweite Mal in Nutzung. Hier finden Kartoffeln und Möhren gut sortiert einen Unterschlupf.

Nicolas seit Anfang an dabei und seit 4 Jahren im Gärtner*innenteam, verabschiedet sich als Gärtner von dein Hof, bleibt aber mit dem Projekt verbunden und wünscht dem Projekt einen frischen Atem. Dies führt zu einige Veränderungen, die GBR wird Ende März aufgelöst und die Organisationsstruktur des ganzen Hofprojektes umgebaut. Dabei hatten wir Beratung von Klaus einem Experten für Solawis. Um Zeit für diese Umstrukturierung zu gewinnen wird der Anbau im Jahr 2020 reduziert: keine Zwiebeln, keine Schwarzwurzeln, weniger Kartoffeln und Anfang Mai zwei Wochen keine Gemüse Lieferung.

Das Projekt steht gerade an einer Schwelle zum Übergang von der Pionierphase hin zu einem gut funktionierendem Organismus. Wir müssen zusammen prüfen: was sind unsere Werte und Ideale und wo braucht es mehr Pragmatismus.

Das Hofteam 2020 stellt sich vor:

  • Christian, seit letztem Jahr dabei, freut sich auf die Radhacke und ist motiviert
  • Johann macht gerade 20 Wochen Praxissemester Gartenbau bei dein Hof
  • Lars liefert das Gemüse
  • Steffi seit 3 Jahren Gärtnerin bei dein Hof, freut sich auf die Aussaat
  • Jehann ist seit September FÖJler bei dein Hof, freut sich auf den Sommer und die Tomaten
  • Anja hilft seit letztem Jahr Mittwochs beim Ernten und Packen, wird dieses Jahr die dazu noch Umstrukturierung unterstützen und bei Finanzen helfen
  • Richard ab 01.04. Gärtnerhelfer, war vorher Restaurantfachmann
  • Micha (hilft beim Ausfahren), René (Technik, Bewässerung, Traktoren), ab Herbst Florian in Ausbildung (war letztes Jahr FÖJler)
  • Last but not least: Lisa, von Anfang an dabei
     

Weiteres:

Mandy stellt uns den Bedarf des Hofes für 2020 vor, als Gemeinschaft müssen wir für diese Saison 163.300€ zusammen bekommen. Das macht einen durchschnittlichen monatlichen Beitrag von 90€ pro Ernteanteil.

Dazu kommt dieses Jahr noch die Initiative von Mitgliedern für einen fairen Lohn. Im Moment ist dieser knapp über dem Mindestlohn und damit relativ niedrig für die harte Arbeit auf dem Acker. Es wird dieses Jahr einmalig das Konzept eines freiwilligen Zusatzbeitrags für eine faire Bezahlung eingeführt. Sebastian rechnet vor, für einen Stundenlohn von 12€ brutto müsste jeder Ernteanteil etwa 10€ im Monat dazu geben.

Chelo hält vor der ersten Bieterunde einen kurzen, leidenschaftlichen Input zum Thema Solidarität und hilft allen einen solidarischen Beitrag am Hofgemüse zu finden. Dieser hängt nicht nur am Durchschnittsbetrag, sondern auch am eigenen Einkommen. Wie viel kann ich beitragen? Wovon habe ich genug und kann etwas abgeben? Was ist für mich Solidarität?

Und schon startet die erste Bieterunde, danach wird das leckere Mitbringbuffet eröffnet.

Julie stellt nach der Pause die neue Organisationsstruktur von dein Hof vor.

Markus und Steffi bedanken sich im Namen aller Mitglieder bei den ehrenamtlichen Helfer*innen für Vorstand, IT, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederverwaltung, Moderation und Finanzen.

Nach der 3. Runde bieten, schafften wir es den Betrag für das nächste Erntejahr zusammen zu bekommen.

Auf gehts in die nächste Saison!

Dank an:
Markus für die Organisation & Protokoll, Swantje und Sven fürs moderieren, Mirko für die Technik, das Team von Mitgliederverwaltung & Finanzen, Carola fürs singen am Morgen, Stefan & Helena für die Musik zum Mittag und allen anderen fürs helfen und dabeisein.

Julia Mertens

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